Manchmal kaufe ich Bücher, die erstmal eine Weile ungelesen bleiben. So auch dieses, das bestimmt schon über zehn Jahre mein Regal bevölkert. Die Erstveröffentlichung datiert immerhin aus dem Jahr 2002.
Vielen wird der Name Gerard Mercator wenig bis gar nichts sagen, obwohl er Dinge geschaffen hat, die für uns unverzichtbar geworden sind. Er war Instrumentenbauer und Geograph und kreierte mit der nach ihm benannten Projektionsmethode die moderne Art der Kartographie. Wenn wir einen Atlas zur Hand nehmen und darin die Längen- und Breitengrade jeweils parallel zueinander laufen, dann geht dieser Brauch auf Mercator zurück.
Das Buch mit der Lebensgeschichte dieses Mannes ist nicht von überragender Qualität. Viele Beschreibungen sind langatmig, mitunter werden ellenlange Listen von Namen aufgeführt, die jedoch für den weiteren Verlauf völlig irrelevant sind. Demgegenüber hätte es nicht geschadet, die Entwicklung der Mercatorprojektion etwas detaillierter zu schildern. Das ist umso erstaunlicher, weil der Autor selbst Geograph ist und bestimmt eine ganze Menge darüber sagen kann (sollte man zumindest meinen).
Dennoch hat das Werk auch seine positiven Seiten, die sich häufig nur indirekt erschließen. Wie bei jeder Biographie muss auch hier den Zeitumständen Rechnung getragen werden. Und der Autor tut das mitunter recht ausführlich. Wir sehen Mercators Leben in einer Epoche, die von schrecklichen Dingen geprägt war. Die Glaubenskriege der Reformation und die Inquisition nahmen, besonders letztere, Einfluss auf das Leben des Protagonisten. Er saß mehrere Monate in Untersuchungshaft, ehe er wieder freigelassen wurde, während andere, auch ihm nahe stehende Zeitgenossen auf dem Scheiterhaufen landeten. Ja, es ist schon richtig, die Inquisition war nicht zimperlich. Aber es wird eben auch klar, dass der Verdacht ketzerischen Verhaltens nicht automatisch zu einem Todesurteil führte. Es musste schon eine eingehende Beweisaufnahme durchgeführt werden, ehe man die Maximalstrafe verhängte.
Aber auch andere Umstände ließen Mercator nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens verweilen, kriegerische Auseinandersetzungen und die Pest klopften an seine Tür.
Trotz dieser Widrigkeiten, die jede Schneeflocke unserer Tage in den Wahnsinn (oder zumindest in den Safe Space) treiben würden, schaffte er es, einen erstklassigen Ruf als Kartenmacher zu erlangen und seine große Familie zu ernähren.
Doch auch das größte Genie konnte nicht im luftleeren Raum agieren. Um seine Projekte vorantreiben zu können, benötigte er möglichst reiche und mächtige Gönner, die bei Hofe ein gutes Wort für ihn einlegen konnten. Das ist heute auch nicht viel anders, wenn man bedenkt, welche Bereiche der Wissenschaft sich politischen Wohlwollens erfreuen und welche nicht.
Alles in allem ein mehr als bemerkenswertes Leben, das vor allem eines zeigt: Auch widrige Umstände können einen kreativen und leidensfähigen Menschen nicht aus der Bahn werfen. Und klar, es braucht auch mitunter das Quentchen Glück, um die Kurve zu kriegen. Aber sich allein aufs Glück zu verlassen, ist definitiv zu wenig.
2020/01/25
2020/01/14
Wenn Gletscher nicht verschwinden wollen
... dann muss man eben die Hinweisschilder Glaciers Will All Be Gone By 2020 wieder abmontieren. So geschehen im Glacier Nationalpark in Montana. Aus dem Goodbye to the Glaciers wird dann eben ein Goodbye to the Forecast.
Schon peinlich, wenn sich die Natur nicht an die Vorgaben der Klimaforscher halten will.
Und es ist nicht die einzige Klimaprognose (und wird auch nicht die letzte sein), die sich als falsch erweist.
Schon peinlich, wenn sich die Natur nicht an die Vorgaben der Klimaforscher halten will.
Und es ist nicht die einzige Klimaprognose (und wird auch nicht die letzte sein), die sich als falsch erweist.
2020/01/11
Zitat der Woche
This airplane is designed by clowns, who in turn are supervised by monkeys.
Aus einer internen Email der Firma Boeing.
Mich dünkt, das gilt nicht nur für die Firma Boeing und ihr Katastrophenflugzeug.
Dazu auch ein Kommentar hier.
2020/01/08
PV-Ausbeute und Sonnenstunden
Eine PV-Anlage in Linz war schon mehrfach Thema dieses Blogs (etwa hier und hier). Diesmal wollen wir uns ansehen, wie sich die Ausbeute dieser Anlage und die Anzahl der Sonnenstunden zueinander verhalten.
Intuitiv würde man meinen, die Stromproduktion der Photovoltaikzellen würde proportional zur Sonnenscheindauer ansteigen. Doch das ist nicht der Fall, wie die folgende Graphik zeigt.
Für diese Darstellung wurden die Daten der Jahre 2013 bis 2018 ausgewertet. Auf der senkrechten Achse sieht man die Anzahl der Kilowattstunden, die pro Sonnenstunde produziert wurden. Interessanterweise wird in den warmen Monaten spürbar weniger Strom pro Sonnenstunde geliefert als in den kälteren Monaten.
Der Grund dafür liegt in der Effizienz einer PV-Anlage, die mit steigender Temperatur abnimmt. Warum ist das so? Nun, weil bei höheren Temperaturen die thermische Bewegung der Moleküle stärker wird, was sich negativ auf die Stromproduktion auswirkt.
Intuitiv würde man meinen, die Stromproduktion der Photovoltaikzellen würde proportional zur Sonnenscheindauer ansteigen. Doch das ist nicht der Fall, wie die folgende Graphik zeigt.
Für diese Darstellung wurden die Daten der Jahre 2013 bis 2018 ausgewertet. Auf der senkrechten Achse sieht man die Anzahl der Kilowattstunden, die pro Sonnenstunde produziert wurden. Interessanterweise wird in den warmen Monaten spürbar weniger Strom pro Sonnenstunde geliefert als in den kälteren Monaten.
Der Grund dafür liegt in der Effizienz einer PV-Anlage, die mit steigender Temperatur abnimmt. Warum ist das so? Nun, weil bei höheren Temperaturen die thermische Bewegung der Moleküle stärker wird, was sich negativ auf die Stromproduktion auswirkt.
2020/01/02
Eine Klimaprognose für das Jahr 2020
Prognosen sind immer sehr schwierig. Besonders wenn sie die Zukunft betreffen.
Zitat:
Quelle: The Guardian, die Hauspostille der Linksliberalen. Aus dem Jahr 2004.
Zitat:
A secret report, suppressed by US defence chiefs and obtained by The Observer, warns that major European cities will be sunk beneath rising seas as Britain is plunged into a ‘Siberian’ climate by 2020. Nuclear conflict, mega-droughts, famine and widespread rioting will erupt across the world.
Quelle: The Guardian, die Hauspostille der Linksliberalen. Aus dem Jahr 2004.
2020/01/01
Der deutsche Strommix - Dezember 2019
Der letzte Monat des vergangenen Jahres zeigt sehr deutlich die schwankende Natur der regenerativen Stromquellen. Am Beginn und gegen Ende des Monats war das Windaufkommen tageweise sehr schwach. Die Solarstromausbeute ist jahreszeitlich bedingt recht bescheiden.
Obwohl gegen Jahresende der Stromverbrauch deutlich absinkt, reichen die Regenerativen bei weitem nicht aus, um den Verbrauch zu decken.
Die Abbildung stammt wie üblich von der Bundesnetzagentur.
Obwohl gegen Jahresende der Stromverbrauch deutlich absinkt, reichen die Regenerativen bei weitem nicht aus, um den Verbrauch zu decken.
Die Abbildung stammt wie üblich von der Bundesnetzagentur.
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2019/12/14
Wie Schweden seinen CO2-Ausstoß reduzierte
Im Allgemeinen ist die Reduzierung des CO2-Ausstoßes ein aufwendiges und langwieriges Unterfangen. Natürlich nur, wenn man die industrielle Basis eines Landes weiterhin erhalten möchte. Wenn man die Wirtschaft deindustrialisieren will, geht es auch schneller.
In diesem Posting greife ich wieder einmal auf die Daten der BP Statistical Review of World Energy zurück (Link nebenan), eine Fundgrube für Energiedaten.
Diesmal sehen wir uns die Situation in Schweden an. Fig. 1 zeigt den Primärenergieverbrauch im Vergleich mit Österreich.
Schweden hält seit Anfang der 1980er Jahre seinen Primärenergieverbrauch weitgehend konstant, während er in Österreich kontinuierlich leicht anstieg.
Dann werfen wir einen Blick auf den CO2-Ausstoß in beiden Ländern (Fig. 2).
Hier fällt zunächst einmal ins Auge, dass Schweden trotz höherem Primärenergieverbrauch seit 2001 weniger CO2 emittiert als Österreich. Bemerkenswert, nicht wahr?
Zunächst stieg der CO2-Ausstoß ab 1965 steil an, blieb ab 1972 einige Jahre fast unverändert und legte ab Mitte der 1970er bis zum Ende des Jahrzehnts wieder spürbar zu. Aber dann kam es zu einem steilen Abfall des CO2-Ausstoßes ab 1979 bis 1985. Bemerkenswert: Das war einige Jahre bevor der Klimazirkus in die Welt kam. Eine signifikante Reduktion, ohne dass es jemand verlangt hätte. Was war geschehen?
Nun Schweden hat in diesen entscheidenden Jahren seine Nuklearkapazität konsequent ausgebaut, wie in folgendem Bild deutlich wird (Fig. 3). Da Österreich keine Kernkraftwerke besitzt, ist es nicht in der Abbildung zu sehen.
In eben jenen Jahren wurde in Schweden die nukleare Energieerzeugung signifikant hochgefahren und verharrt seitdem auf hohen Niveau, wenngleich in letzter Zeit eine leichte Abnahme zu verzeichnen ist.
Die Kernkraftwerke wurden (und werden) nicht nur zur Stromerzeugung genutzt, sondern auch in die Fernwärmeversorgung eingebunden, wie folgendes Bild zeigt, das von der schwedischen Statistikbehörde stammt (Fig. 4).
Hieraus wird sofort klar, welchen enormen Beitrag die Kernkraft zur Bereitstellung von Wärme in Schweden leistet. Auch hier wieder schön zu sehen, wie der Anteil der Kernkraft ab Ende der 1970er Jahre steil ansteigt.
Fazit: Schweden konnte seine Kohlendioxidemissionen bereits zu einem Zeitpunkt drastisch reduzieren, als noch kein Mensch vom menschengemachten Klimawandel sprach. Dafür ist ausschließlich der Einsatz von Nuklearenergie verantwortlich. Die Entscheidung zugunsten der Kernenergie dürfte wohl darin zu sehen sein, dass man die Abhängigkeit von fossilen Energiequellen, insbesondere zur Stromerzeugung und zur Bereitstellung von Wärme reduzieren wollte.
Es gelang zwar, den CO2-Ausstoß seit Mitte der 1980er Jahre weiter zu reduzieren, allerdings ist der Rückgang deutlich geringer als nach der Einführung der Kernkraft in den schwedischen Energiemarkt.
In diesem Posting greife ich wieder einmal auf die Daten der BP Statistical Review of World Energy zurück (Link nebenan), eine Fundgrube für Energiedaten.
Diesmal sehen wir uns die Situation in Schweden an. Fig. 1 zeigt den Primärenergieverbrauch im Vergleich mit Österreich.
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| Fig. 1 Primärenergieverbrauch in Österreich und Schweden seit 1965 |
Schweden hält seit Anfang der 1980er Jahre seinen Primärenergieverbrauch weitgehend konstant, während er in Österreich kontinuierlich leicht anstieg.
Dann werfen wir einen Blick auf den CO2-Ausstoß in beiden Ländern (Fig. 2).
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| Fig. 2 CO2-Emissionen in Schweden und Österreich |
Hier fällt zunächst einmal ins Auge, dass Schweden trotz höherem Primärenergieverbrauch seit 2001 weniger CO2 emittiert als Österreich. Bemerkenswert, nicht wahr?
Zunächst stieg der CO2-Ausstoß ab 1965 steil an, blieb ab 1972 einige Jahre fast unverändert und legte ab Mitte der 1970er bis zum Ende des Jahrzehnts wieder spürbar zu. Aber dann kam es zu einem steilen Abfall des CO2-Ausstoßes ab 1979 bis 1985. Bemerkenswert: Das war einige Jahre bevor der Klimazirkus in die Welt kam. Eine signifikante Reduktion, ohne dass es jemand verlangt hätte. Was war geschehen?
Nun Schweden hat in diesen entscheidenden Jahren seine Nuklearkapazität konsequent ausgebaut, wie in folgendem Bild deutlich wird (Fig. 3). Da Österreich keine Kernkraftwerke besitzt, ist es nicht in der Abbildung zu sehen.
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| Fig. 3 Verbrauch an Nuklarenergie in Schweden |
Die Kernkraftwerke wurden (und werden) nicht nur zur Stromerzeugung genutzt, sondern auch in die Fernwärmeversorgung eingebunden, wie folgendes Bild zeigt, das von der schwedischen Statistikbehörde stammt (Fig. 4).
| Fig. 4 Thermische Energieversorgung in Schweden. |
Fazit: Schweden konnte seine Kohlendioxidemissionen bereits zu einem Zeitpunkt drastisch reduzieren, als noch kein Mensch vom menschengemachten Klimawandel sprach. Dafür ist ausschließlich der Einsatz von Nuklearenergie verantwortlich. Die Entscheidung zugunsten der Kernenergie dürfte wohl darin zu sehen sein, dass man die Abhängigkeit von fossilen Energiequellen, insbesondere zur Stromerzeugung und zur Bereitstellung von Wärme reduzieren wollte.
Es gelang zwar, den CO2-Ausstoß seit Mitte der 1980er Jahre weiter zu reduzieren, allerdings ist der Rückgang deutlich geringer als nach der Einführung der Kernkraft in den schwedischen Energiemarkt.
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