2018/06/21

Energieverbrauch beim Rasenmähen

Hier wieder mal ein Beispiel aus der Praxis.

Kürzlich habe ich den Rasen gemäht. Rasenfläche gut 400 qm. Ich benutze einen elektrischen Rasenmäher (letztes Jahr gekauft) mit einem Akkupack. Der Akku hat eine Kapazität von 93,6 Wh, also fast 0,1 kWh. Für die gesamte Rasenfläche benötigte ich knapp 3 Akkus. Grosso modo war mein Energiebedarf 0,3 kWh für eine Fläche von 400 Quadratmetern.

Oder anders gesagt: 0,075 kWh pro 100 qm.

Wieviel macht das pro Jahr aus? Angenommen wir mähen einmal pro Woche in der warmen Jahreszeit, also von März bis Oktober: macht rund 25 Schnitte. Dann komme ich auf einen Gesamtverbrauch von 1,875 kWh pro 100 qm. Oder, bezogen auf meinen Rasen, 7,5 Kilowattstunden.

Überflüssig zu sagen, dass dies nur Richtwerte sind. Die Energie, die ich zum Bewegen des Mähers und zum Entsorgen des Rasenbehälters (wo sich das geschnittene Gras ansammelt) brauche, ist hier nicht berücksichtigt. Außerdem macht es einen Unterschied, wie lang das Gras ist und ob es feucht oder trocken ist. Aber das sind Spitzfindigkeiten, die eher dazu geeignet sind, das Wesentliche zu verschleiern, als dass sie zur Klarheit beitrügen.

Und das Wesentliche klar zu machen, darum geht es hier.

2018/06/15

Grüne Lügen (1)

Heute starte ich eine kleine Serie, die in unregelmäßigen Abständen Beispiele für die Verlogenheit grünen Denkens präsentieren soll.

Den Anfang macht die Aberdeen Bay Offshore Wind Farm, über die Euan Mearns auf Energy Matters berichtet. Gleich zu Beginn kommt der Autor zur Sache:

After about 15 years in planning, the long awaited and largely hated Aberdeen Bay wind farm has taken shape in recent weeks. I seem to recall early reports saying that the turbines, located on the horizon, would be barely visible from shore. Well that was a lie.

Hier ein Foto von der "kaum sichtbaren" Windfarm:



Weiters schreibt Euan Mearns:

The huge towers completely dominate the once unspoiled and beautiful scenery of Balmedie Beach. Those who see this as environmental protection have sick minds.
Dem ist nichts hinzuzufügen.

Bemerkenswert auch die Situation der regenerativen Energien in Schottland. Einem Strombedarf von 5,5 GW steht dort eine installierte Leistung von 10,1 GW (Ende 2017) gegenüber. Dazu kommen in Kürze noch 7,8 GW an Windkraft, die sich gegenwärtig in Bau befinden bzw. deren Errichtung bereits genehmigt wurden.

In absehbarer Zeit werden also in Schottland 17,9 GW an regenerativen Stromerzeugern das liefern, was 5,5 GW an konventioneller Kraftwerksleistung mühelos bereitstellen könnten. Und natürlich muss es trotz der üppigen Ausstattung mit Windrädern noch ausreichende Backup-Kapazitäten geben. Denn auch in Schottland macht der Wind gelegentlich Pause.


2018/06/10

Anmerkungen zu Irenäus Eibl-Eibesfeldt (1928-2018)

Vor wenigen Tagen verstarb der österreichische Verhaltensforscher Irenäus Eibl-Eibesfeldt. Obwohl ich selbst als Physiker wenig mit dessen Forschungsfeld zu tun hatte, habe ich seine Bücher stets mit brennendem Interesse gelesen. Er war in gewisser Hinsicht ein Forscher "mit Charakter", etwas das man vom gegenwärtigen wissenschaftlichen Personal nicht immer behaupten möchte. Empirie stand für ihn stets am Anfang aller Spekulation und Hypothesenbildung, Ideologie hingegen war nicht stilbildend.

Eibl-Eibelsfeldts Name begegnete mir in den Anfangssemestern meines Studiums, und zwar eher indirekt, als ein paar linke Kommilitonen seine Schriften in Bausch und Bogen verdammten. Damit war mein Interesse geweckt. Ich wollte wissen, was denn der so Schreckliches produzierte. Und ich fand einen Forscher, der mit Akribie und Sorgfalt an seinen Gegenstand herantrat und möglichst viel empirisches Material zusammentrug, um daraus Schlussfolgerungen zu ziehen.

Ich konnte an diesen Schriften nichts Verwerfliches finden. Im Gegenteil, seine Vorgehensweise verdiente Respekt und Anerkennung. Natürlich musste man seine Theorien nicht eins-zu-eins gut finden. Aber das verlange er auch von niemandem.

Umso bemerkenswerter waren die Angriffe, die von linker Seite gegen ihn unternommen wurden. Schließlich bedrohte sein wissenschaftliches Werk etliche Grundpfeiler der marxistischen Ideologie, so etwa die unhinterfragte Gleichheit aller Menschen oder den Mythos, dass der Mensch als unbeschriebenes Blatt zur Welt kommt, das man beliebig verformen (sprich: ideologisieren) kann. Was aber, wenn die Empirie all diese schönen Denkschablonen wiederlegt? Dann kommt wohl der sprichwörtliche Satz: Wenn die Wirklichkeit nicht mit der Theorie übereinstimmt, umso schlimmer für die Wirklichkeit.

Und so verdankte ich meinen linken Studienkollegen in indirekter Konsequenz wunderbare Einblicke in ein Forschungsfeld, das mit sonst möglicherweise verborgen geblieben wäre. Der von strammen Ideologen verfemte Irenäus Eibl-Eibesfeldt hat mein Leben bereichert und mir neue Erkenntnisse beschert. R.I.P.




2018/06/07

3 Milliarden werden durch Global Warming sterben

... sagt der kalifornische Gouvernator Jerry Brown.

Stimmt. Auf lange Sicht sind wir alle tot. Und wenn Dummheit tödlich ist, werden´s noch ein paar mehr sein.

Mehr dazu hier.

2018/05/28

Die Startup-Show

Auf Addendum.org gab es vor einiger Zeit einen sehr guten Artikel über den gegenwärtigen Startup-Hype. Wie nicht anders zu erwarten, wird unter dem Deckmantel der Innovationsförderung eine Medienshow abgezogen. Wurden die heutigen Giganten wie Microsoft, Google etc. in ihrer Startup-Phase mit ähnlichem Bohey gefeiert? Natürlich nicht, denn damals wusste ja noch keiner, was aus diesen jungen Unternehmen einmal werden würde. Später, als dann der wirtschaftliche Durchbruch kam, waren auch die Medien an Bord. Aber da war der Käse schon gegessen.

Es geht den Medien in erster Linie um ihren eigenen Rummel. Alles andere ist sekundär. Bestenfalls. Dazu kommen noch Politiker, die auch gerne von dem positiven Image der Startup-Szene profitieren wollen. Medien und Politik, das ist eigentlich immer eine pikante Mischung zweier Berufsbilder, die wechselseitig voneinander abhängen. Und die Korruption ist auch nicht weit weg.

2018/05/22

Lässt sich der Stromverbrauch mit demand response steuern?

Nochmals ein Blick auf den Energieblog Energy Matters. Dort geht Roger Andrews der Frage nach, ob demand response den privaten Stromverbrauch beeinflussen kann.

Was versteht man unter demand response? Nun, damit ist Steuerung des Verbrauchs über den Preis gemeint. Mit anderen Worten: die Behörden hoffen, über das Preissignal den Stromverbrauch regulieren zu können. Wie fast immer, wenn grün angehauchte Politkasperl sich etwas ausdenken, ist auch hier mehr Wunschdenken als Realpolitik im Spiel. Denn der tatsächliche Effekt der demand response ist bestenfalls dürftig.

Roger Andrews zeigt dies an zwei Beispielen. Zum einen geht es um die Verbrauchsdaten in Dänemark zwischen 2006 und 2016. Zum anderen wirft er einen Blick auf Kalifornien in den Jahren 2010 bis 2016.

In Dänemark ging innerhalb des betrachteten Zeitraums der Strompreis um etwa 20% nach oben, während der Verbrauch um rund 10% sank. (Anmerkung des Verfassers: Die Verbrauchskurve flachte in den letzten beiden Jahren ab, obwohl die Preise zulegten. Es stellt sich die grundsätzliche Frage, wieviel noch weiter eingespart werden kann. Irgendwo gibt es da auch eine Grenze.)

In Kalifornien geht man einen etwas anderen Weg. Dort sind die Strompreise verbrauchsabhängig, d.h. zu den Spitzenzeiten zahlt man einen deutlich höheren Preis als zu den verbrauchsärmeren Zeiten. An Wochentagen zahlt man für die kWh 48 Cent zwischen 14:00 und 20:00, während zwischen 22:00 und 8:00 morgens 12 Cents/kWh anfallen (Preise der Southern California Edison-Elektrizitätsgesellschaft). Sieht man sich die kalifornischen Daten an, so zeigt sich keine Reduktion des Verbrauchs im betrachteten Zeitraum. Es sehr mageres Ergebnis.

Die Details dieser Analyse gibt es hier.





2018/05/17

Energiespeicher - Ist Gravitricity die Lösung?

Die regenerativen Energien leiden bekanntlich unter ihrer Unzuverlässigkeit. Oder anders gesagt: sie sind nicht immer dann ausreichend verfügbar, wenn man sie braucht. Um die Flatterhaftigkeit ihrer Verfügbarkeit auszugleichen, braucht es große Speicherkapazitäten.

Dafür in Frage kämen Pumpspeicher oder riesige Batterien. Doch es gibt auch andere Konzepte, die eine Lösung denkbar machen. Eines davon ist Gravitricity. Dabei werden schwere Gewichte in alten Grubenschächten auf- und abwärts bewegt, um Energie zu speichern beziehungsweise wieder freizusetzen.

Ein spannendes Konzept, das allerdings nur von lokaler Bedeutung sein dürfte. Mehr dazu auf Energy Matters.