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2019/04/21

Emissionsfrei fliegen ab 2030?

Airbus will Flugzeuge entwickeln, die völlig emissionsfrei sind.
Ende des kommenden Jahrzehnts oder Anfang des darauffolgenden Jahrzehnts ist der Start eines kommerziellen Betriebs denkbar.
Soweit ein Zitat des Airbus-Chefs in der Presse. Das wäre dann um das Jahr 2030. Man sollte sich das Datum merken und zu gegebener Zeit die Airbus-Chefetage fragen, wie es denn gerade mit dem emissionsfreien Fliegen aussehe.

Gelegentlich sieht man auf unseren Straßen Elektroautos fahren, die mit der Aufschrift "Zero Emissions" werben. Das ist natürlich blanker Unfug. Zwar kommen keine Verbrennungsabgase aus dem Auspuff, aber die Stromerzeugung für den Betrieb dieser Fahrzeuge basiert immer noch zu einem erheblichen Teil auf der Verbrennung von Kohle oder Gas. Die Emissionen fallen also woanders an.

Reiner Etikettenschwindel.

Dabei sind die Emissionen für den Bau der Batterien und für die Gewinnung von deren Rohstoffen noch gar nicht berücksichtigt.

Und wenn dereinst kommerzielle Flugzeuge (mit 200 Passagieren an Bord?) mit Batterien fliegen, dann wird man die gleichen Fragen stellen müssen: Was ist mit den Emissionen bei der Stromerzeugung? Bei der Produktion der Batterien? Beim Abbau der Rohstoffe, die für Batterien wesentlich sind?

Nun, die Stromerzeugung soll ja schon bald rein regenerativ sein. Setzen wir das voraus, muss die nächste Frage erlaubt sein: Wie fliegt es sich bei Dunkelflaute?

Ist es nur der Zeitgeist, der hier seltsame Blüten treibt? Oder verfügen diese Topmanager über ein Insiderwissen, das sonst nirgendwo verfügbar ist?

Bleibt nur noch die ultimative Frage: Wann kommt das fliegende perpetuum mobile?

Spätestens dann sind alle, aber auch wirklich alle unsere Probleme gelöst...


2019/04/15

Flugscham

In Schweden grassiert die Flugscham, zumindest berichten das einige Medien. Es soll Leute geben, die anstatt mit dem Flugzeug lieber mit dem Zug reisen. Und dadurch ihr Klimagewissen zur Schau tragen.

Nun, Schweden ist ein großes Land. Flächenmäßig größer als Deutschland. Entsprechend groß sind die Entfernungen zwischen manchen Orten. Eine Frau, die aus dem Norden des Landes stammte, berichtete einmal aus ihrer Jugend, als sie mit ihrer Familie im Sommer nach Südschweden fuhr, irgendwann in den 1960er Jahren. Sie brauchten mit dem Auto drei Tage für die Reise. Für die Hin- und Rückfahrt also eine knappe Woche.

Da ist natürlich das Flugzeug eine feine Sache. Es spart vor allem Zeit, die man eher am Zielort verbringen kann als auf der Reise.

Das Umweltbundesamt hat hierfür aufschlussreiche Daten. So braucht das Flugzeug deutlich weniger Energie pro Personenkilometer als das Auto. Was ist ein "Personenkilometer"? Ganz einfach: Wenn drei Leute eine Strecke von 100 km reisen, dann haben sie 300 Personenkilometer zurückgelegt.

In den letzten Jahren ist das Reisen übrigens deutlich energieeffizienter geworden. Die Daten für die folgende Graphik stammen vom UBA.





2019/04/04

Boeing 737 MAX - Strategischer oder technischer Fehler?

Es kristallisiert sich immer stärker heraus, was die Abstürze zweier Boeing 737 MAX verursacht haben könnte.

Ein Flugzeug, das nicht zu seinen Triebwerken passt. Sensoren, deren Redundanz nicht breit genug ausgelegt ist, und eine Software, die zum Rettungsanker werden soll, wenn die Piloten überfordert sind.

Zunehmende Komplexität anstatt einer grundlegenden Neukonstruktion, die diese Extras nicht nötig hat. Das war wohl die Philosophie des Managements. Dazu kommen ein Kosten- und Konkurrenzdruck, der die Illusion verstärkt, man bräuchte (bildlich gesprochen) nur an ein paar Schrauben zu drehen, um jedes beliebige Problem zu lösen. Aber fundamentale Probleme brauchen ebenso fundamentale Lösungen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies den Ingenieuren nicht aufgefallen ist. Aber strategische Entscheidungen darüber, welche Flugzeuge gebaut werden sollen, werden eben nicht von Ingenieuren gefällt, sondern von Managern, die allzu oft keine Ahnung von Technik und Physik haben.

Industriegiganten wie Boeing sind letztlich auch nur ein Abbild der Gesellschaft, in der sie existieren. Harte Fakten zählen wenig verglichen mit den Wunschbild, das dem Passagier vermittelt wird: Du bist in sicheren Händen, egal wie komplex die Welt ist.

Wenn das nur kein Irrtum ist.