2017/12/29

Hat PV eine negative Energiebilanz?

Dass Photovoltaik eine relativ schwachbrüstige Energiequelle ist, darf als bekannt vorausgesetzt werden. Der Kapazitätsfaktor liegt bei etwas mehr als 10%, d.h. nur ein gutes Zehntel der theoretisch verfügbaren Leistung wird tatsächlich produziert. Fast alle anderen Möglichkeiten der Energiegewinnung schneiden in dieser Hinsicht deutlich besser ab. Insofern ist die Faszination, die dieser Form der Stromgewinnung entgegengebracht wird, kaum zu verstehen.

Von einer Energiequelle sollte man sinnvollerweise annehmen können, dass sie eine positive Energiebilanz aufweist. Was ist damit gemeint? Gemeint ist damit das Verhältnis zwischen der Energie, die zur Herstellung einer solchen Quelle nötig ist, und jener Energie, die diese Quelle dann über ihre Lebensdauer erzeugt. Beispiel: Der Bau eines Gaskraftwerks erfordert eine gewisse Menge Energie (nennen wir sie X) über die Herstellung und den Transport der Baumaterialien und anderer technischer Komponenten sowie die Arbeitsleistung beim Aufbau der Anlage. Sobald das Kraftwerk in Betrieb geht, wird aktiv Energie erzeugt. Irgendwann kommt das Kraftwerk ans Ende seiner Tage und wird stillgelegt. Bis zu diesem Zeitpunkt hat es die Energie Y produziert, die (hoffentlich) deutlich größer ist als der Aufwand X aus der Bauphase. Nur wenn Y immer größer als X ist (also Y/X > 1), rentiert sich das Unternehmen aus physikalischer Sicht. Über die Ökonomie ist damit aber noch nichts gesagt.

Zwei Schweizer Energieexperten haben kürzlich genau dieses Verhältnis Y/X für PV-Anlagen unter die Lupe genommen und kamen zu dem Ergebnis, dass Y/X < 1 ist. Genaueres hierzu findet sich hier und, für Freunde der detaillierten Analyse, hier.

Ich persönlich maße mir kein abschließendes Urteil darüber an, ob in dieser Sache bereits das letzte Wort gesprochen ist. Vielleicht lassen ja zukünftige Entwicklungen (technische Verbesserungen) eine positivere Schlussfolgerung zu. Allein die Tatsache, dass man bei der Photovoltaik keine eindeutig positive Energiebilanz als gegeben voraussetzen kann, lässt dieses Unterfangen in einem sehr zweifelhaften Licht erscheinen. Um nochmals auf das obige Beispiel mit dem Gaskraftwerk zurückzukommen: Eine Anlage, die nicht deutlich mehr Energie liefert als zu ihrer Herstellung nötig ist, ist physikalisch gesehen sinnlos.


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